Telefonbucheinträge = Familienhäufung?

www.verwandt.de
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Verwandt.de ist eine hübsche Seite für Genealogie im „manuellen Betrieb“. Hübsch anzusehen – und macht Spaß – das richtige für den Einstieg, ob es Begrenzungen für größere Sippen gibt, konnte ich noch nicht herausfinden.1

Die Basisversion ist kostenlos, Premium gibt es gegen knapp fünf Euro im Monat. Ich werde jedenfalls bei Gelegenheit mal ein paar Haages eingetragen – falls mal jemand auf der Suche ist…

Einen kleinen Denkfehler sehe ich aber in der Idee, Familienkonzentrationen anhand von Telefonbucheinträgen zu qualifizieren. Hier in Erfurt gibt es eine Großfamilie Haage mit einem großen gemeinsamen Anlagenanschluß (~ 8-12 Personen – eine Nummer im Telefonbuch). Es gibt in Erfurt natürlich eine Reihe näher oder weiter entfernte Haages, einige davon vielleicht gar nicht im Telefonbuch. Das ist oft von der Altersstruktur und der Generationenfolge abhängig. Ein kleines Denkmodell: wenn sich gerade mehrere junge „Neufamilien“ etablieren und mit Wohnung/Haus und Telefon seßhaft werden, wird es in der Region plötzlich sehr viele Haages geben. Wenn hingegen die älteren Jahrgänge in der Überzahl sind, die just erwachsenen Kinder vielleicht aus Haus und Stadt gezogen, dann werden dort nur wenige Haages aufscheinen.

In Wirklichkeit bin ich ja nur geknickt, das Erfurt in der Statistik nicht mal stattfindet.

  1. Mir ist mein Family Tree Maker aufs Dach gestiegen, als ich versuchen wollte, intern eine Webseite zu erstellen – auch da ist bei 2000 Einträgen Schluß – ich müßte mich also bescheiden []

Über das Hungerbachgut nahe Marbach, Erfurt

Um 1400 hatte ein Schuchardt das Hungerbachgut als Besitzer inne. Zugleich hatten sich eine große Zahl Träger des Namens, 12 Familien Schuchardt, in dem dicht beiliegenden Dorf Marbach angesiedelt. Die Pest, die Anfang des 17. Jahrhunderts in Marbach grassierte, vernichtete die genannten Familien fast sämtlich. Ein Teil der Namensträger war wohl schon vorher auf die Dörfer Alach, Bindersleben, Ermstedt und Siebleben, die nahe bei Marbach liegen, umgesiedelt, so kam es, daß die Familie Schuchardt seit dem Jahre 1500 in Siebleben bei Gotha als Vorfahren unseres Stammes festgestellt wurden, knapp 25 km vom Hungerbach.

aus: Schuchardt, Hans in „Die Willröder“, 1975

Anmerkung: die „Kate“ ist der älteste bauliche Teil der Gärtnerei. Heute ist der Gebäudeteil nur noch für den Wissenden erkennbar und als Werkstatt im Geschäftshaus von Kakteen-Haage integriert.

Hier soll früher der Hühnerhof gewesen sein, eine Kätnerei die zum Hungerbachgut gehörig war.

über die Familien

… der alles zerstörende Krieg hat die Familie in ihren Grundfesten erschüttern lassen. Kann man heute noch davon reden, daß die Familie die „Keimzelle des Staates“ ist?

Wer über vierzig Jahre im Schuldienst gestanden und seit dem Jahre 1905 den Umgang mit unserer deutschen Jugend gehabt, der kennt große Teile der heutigen Jugend nicht wieder! Was nützt Verdienst, was Geld und Gut, wenn das Kind ohne eine gute Erziehung zum Verbrecher wird?

Das Wort Erziehung wird nicht mehr groß geschrieben, die verheerenden Folgen dieser Unterlassung machen sich bereits in furchtbarer Weise bemerkbar. Staatlich besoldete sogenannte „Tagesmütter“ können eine in Haus und Hof schaltende und waltende Mutter niemals ersetzten! Die erziehliche Tätigkeit der Mutter im Haus, wenn sie ausgeschaltet wird, führt zum Ruin der Familie.

Zitat aus Schuchardt, Hans in „Die Willröder“, 1975

Otto Ziegler – 1436

Er Nikolaus Hildebrant * 1396 verheiratet sich mit Catharina Ziegler, Tochter des Patrizies und „Ritters vom heiligen Grabe“ Otto Ziegler in der Futtergasse.

‚Er‘ ist Teil des Vornamens…

(Quelle: Schuchardt, Hans: Die Willröder, S. 29)

Schuchardt, Hans – Die Willröder

… ein Heimat- und Familienbuch

Band 1

Der Ursprung der Willröder

erscheint 1975 im Verlag von Dr. Günter Schuchardt in Göttingen

erhalten aus dem Nachlaß von Walther Haage

Eine umfangreiche Auflistung von Quellen zur Geschichte der Familie Hildebrand, die auf dem Lehnsgut Willrode ihre Heimat hatten und bereits in alter Zeit in Erfurt ansässig waren.

Hans Schuchardt notiert in diesem Buch auch eine kurze Geschichte zu seiner eigenen Familie.

Marktstrasse

Die Prozession (1464) nimmt ihren Ausgang vom Rathaus die Straße1 entlang vor Claus Hildebrante hin über den Severhof, das Falloch ab, unter den Schilden hin.

(Quelle: Schuchardt, Hans: Die Willröder, S. 21)

  1. Marktstrasse? []

ein früher Ratsherr Bogk > Boock?

1427 – Hanse Hildebrante und Er Gunter Bogk, im Rate zu Erfurt gesessen

mit etwas Phantasie assoziiere ich hier gleich einen späteren Bürgermeister von Erfurt – Georg Boock – der Name taucht noch öfter in der Stadtgeschichte auf…

(Quelle: Schuchardt, Hans: Die Willröder, S. 21)

Glossar

hilfreiche Notizen und allgemeine Begriffserklärungen

siehe auch Ortsnamen oder Namen von Personen

  • gener eius – sein Schwiegersohn
  • filius – Sohn
  • ortulanus – Stiftsgärtner
  • Faber – Schmied
  • Kumpane, Ratskumpan – frühe Bezeichnung für Ratsherr

Ortsnamen

  • Schelmerode – Schellroda (Geotagging ergänzen?)
  • Wilderode – Willroda
  • Georgentaler Hof – Erfurt, Mainzer Hofplatz
  • Hungerbachgut – Erfurt, nahe Marbach
  • fünf Hufen – (vermutlich ein Hof/Haus) in Marbach
  • unter der Herrenberge – heute Herrenberg bei Melchendorf (Erfurt)