Haage sorgt für Planetarium in Hamburg

… allein dem Enthusiasmus des Hamburger Lehrers Hans Haage war es zu verdanken, dass nach sechs Jahren auch Hamburg sein Planetarium bekam. Haage stattete damals Schulen mit Lehrmodellen für die Astronomie aus.

So zu lesen bei NDR Online über die Entstehung des Hamburger Planetarium die im Jahr 1925 ihren Anfang nahm und schliesslich im historischen Wasserturm des Stadtteil Winterhude Realität wurde.

Später wurden hier nicht nur Piloten und Seeleute ausgebildet, sondern Reisen durch das All möglich.

Haage mit einem a

Heinrich, Anton, Anton, Gustav, Emil – so wird Haage buchstabiert.

Das ist allerdings erst seit etwa 1803 so der Fall. Vorher hatten die Haage nur ein ‚a‘ und hießen Hage.

Unsere Linie zeigt das schön in der Kurzchronik auf der Kakteen-Haage Website.

Was mich natürlich schon krabbelt: der Grund für diese Namensänderung. Den habe ich bislang leider noch nicht herausfinden können. Es spricht natürlich etwas für eine „amtlich verordnete Korrektur“, denn der Name änderte sich flächendeckend in allen Erfurter Linien.

Wieder einmal mehr neuer Recherchestoff.

Adolf Haage als freiwilliger Helfer in Frommern

In Frommern (Balingen-Dürrwangen) steht ein liebevoll restauriertes Haus. Ein Zentrum für Schwäbische Kultur, ein Haus der Volkskunst. Die Volkstanzgruppe Frommern und der Schwäbische Albverein haben mit vielen Helfern ein altes Haus neu aufzubauen und einzurichten. Es wird als Herberge für Wanderer genutzt. In einer Werkstatt wird der regionalen Möbeltischlertradition nachgegangen.

Einer der fleißigen Helfer am Bau war Adolf Haage.

Gefunden in dieser Broschüre.

Ms. Rita Haage, Lehrerin in 2005

Webseite Rita Haage aus 2005
Webseite Rita Haage aus 2005

Fräulein Rita Haage war im Jahre 2005 in der

Revere C-3 School
#1 Bulldog Drive, PO Box 300, Revere, Missouri 63465

offensichtlich Lehrerin. Weitere Informationen rückt die Webseite leider nicht raus, die Essenausgabe (bei der es am vorletzten Tag noch Cheese Burger on Bun, French Fries, Green Beans, Cookie, and Milk gab) hat am 2. September 2005 offenslichtlich für immer die Türen geschlossen. Nach dem Labour Day gab es immerhin nichts mehr zu essen.

Spannend finde ich die Präzision „Miss“ – im deutschen etwas ungebräuchlich und sperrig: Fräulein.

Ach ja, da ist noch ein Treffer: in der Missouri District School – als  Bkpr. – ich weiß leider nicht, wofür das steht. Auch hier steht Ms. vor dem Namen.

Die Söhlemänner et co.

Heute habe ich ein wenig in Facebook gewühlt, um zu schauen, was eigentlich unsere kolumbianische1 Verwandschaft so macht.

Und schon habe ich völlig die Übersicht verloren, so viele mögliche oder auch vielleicht nur vermutete Verwandte habe ich gefunden, denn da gab es nicht nur die Söhlemanns, sondern auch noch die Blaschkes und die Lüchaus und das ganze mal mit und mal ohne Umlaut.

Damit ich nicht alles wieder verliere – hier die Sammlung meiner Funde. (so vorhanden Link zur jeweiligen Facebookseite):

caroline_luechau_fb

  1. „kolumbianisch“, weil ein großer Teil der Nachkommen lange Zeit in Mittel- und Südamerika zu Hause war, oder noch ist []

Gärtnerisches Erbe angetreten – neue Geschichtsschreibung

Bislang haben wir angenommen: die Kakteentradition in der Familie Haage begann 1822 als Friedrich Adolph Haage eine Königin der Nacht vom königlich sächsischen Hof nach Erfurt brachte und eine eigene Gärtnerei gründete.

In einem der raren Kataloge dessen Ur… großvaters Johann Nikolaus Haage fand ich im Frühjahr 2009 in der Lindley Library in London ein ansehnliches Sortiment von Kakteen. Damit müssen wir unsere bisherige Geschichtsschreibung revidieren, denn unsere gärtnerische Tradition hat ihre Wurzeln heute nachweislich schon im Jahre 1660. Die bisher als gravierend betrachtete Unterbrechung im Generationswechsel von Haage (6. auf Haage 7??)… darf man mit Fug und Recht auf den wirtschaftlichen Wechsel reduzieren, denn das gärtnererische Erbe hat Friedrich Adolph sehr wohl von seinem Vater übernommen.

Reisebericht Friedrich Eduard Lucas – Alpenpflanzen

allgemeine_gartenzeitung_4_1837In der Allgemeinen Gartenzeitung No. 4 aus dem Jahre 1837 findet sich auf Seite 27 bis 31 eine wunderbare Reisebeschreibung von Friedrich Eduard Lucas1 die mit den Worten beginnt:

Mein Principal, der Kunst- und Handelsgärtner, Hr. Friedrich Adolph Haage jun. beauftragte mich in der Mitte des September eine Reise in die Salzburger Alpen zu unternehmen, um die dort vorkommenden Alpenpflanzen in lebenden Exemplaren sowohl, wie auch die sich vorfindenden Samen zu sammeln und zur Bepflanzung der in seinem Garten gegründeten Felsenanlagen hierher zu senden …

Lucas macht auf seiner Reise unterwegs Station in verschiedenen „comerciellen“, botanischen und privaten Gärten. So ist er begeistert vom Botanischen Garten zu München und findet dort bemerkenswerte Pflanzen wie Chamaerops hystrix, Sabal blackburnina, Phoenix leonensis, Brahea duleis, Thrinax pumila, Corypha frigida und Chamaedorea elegans. Als imposant bezeichnet er im Sukkulentenhaus Fourcroya rigida, Agave karwinskii, Yucca acrotricha und Yucca angustifolia. Die Kakteensammlung ist in seinen Augen „unstreitig eine der ersten Deutschlands“. Er findet Mammillaria uberifomis, M. uncinata, supertexta, dyckiana, seitziana2, hystrix, polythele, longimamma, Echinocactus cornigerus, pfeifferi, ingens, Cereus senilis – und eine schöne Euphorbia bupleurifolia.

Von Salzburg kraxelt er zwei Wochen voller Begeisterung in den Alpen umher und sammelt zahlreiche Pflanzen und Samen, die er mehrfach nach Erfurt schickt.

Agave lurida (BG Darmstadt)
Agave lurida (BG Darmstadt)

Seine Rückreise nutzt er, um noch weitere Gärten zu besuchen. In Regensburg ist es der Hof garten des Fürsten von Turn3 und Taxis, etwas weiter, in Pruiflingen entdeckt er in einer nicht näher Bezeichneten „ansehnlichen Gärtnerei“ eine blühende Agave lurida:

Der Blütenschaft war 16 Fuß hoch und trug auf 10-12 armförmigen Blüthenstengeln 1246 Blüthen und Knospen. Dieselben waren von schmutziggrüner Farbe, von ihrer Anheftung bis zum Antheren 7 Zoll lang und aufrecht stehend.

Er schließt seinen spannenden Bericht:

Von dort wanderte ich meiner Heimath wieder zu und kam nach 7wöchiger Abwesenheit glücklich wieder in Erfurt an.

Die gesund eingetroffenen Alpenpflanzen sind nun hier auf schmale gegen N.O. gelegene Beete in eine ähnliche schwarze Erde gepflanzt, welche aus ganz verotteter Torferde mit Heideerde und Sand vermischt, besteht. Um diejenigen Pflanzenm die auf felsigen Boden gewachsen, wurden in geringer Entfernung Steine gelegt, welche, sobald sie von den Wurzeln erreicht, den Pflanzen noch etwas ihres natürlichen Standortes wiedergeben und wird nun dem fröhlichen Gedeihen dieser Alpenbewohner verlangend entgegen gesehen.

  1. dem später weithin bekannten Pomologen []
  2. nach dem zu dieser Zeit in München wirkenden Gartendirektor Seitz []
  3. ohne H []